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Psychiatrie

Erschöpfungssyndrome und Burn out

© dolgachov | iStock, ID: 72897991

Der letzte Urlaub hat nicht die erhoffte Erholung gebracht, Sie fühlen sich noch immer dauermüde, angespannt oder depressiv? Vielleicht leiden Sie zudem an häufigen Infekten, zunehmenden Kopf,- oder Rückenschmerzen oder schlafen seit längerer Zeit schlecht?

Gehen Sie mit Widerwillen zur Arbeit, haben Probleme sich zu konzentrieren oder vernachlässigen Sie Ihre Familie und Freunde? Es könnte sein, dass Sie an einem Erschöpfungssyndrom leiden!

Erschöpfungssyndrome sind die Folge von langandauernden beruflichen und/oder privaten Belastungen. Umgangssprachlich nennt man diese Erschöpfungssyndrome auch "Burnout" (engl. burn out "ausbrennen"). Man versteht darunter einen Zustand starker körperlicher, geistiger und emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit, welcher oft mit depressiver Verstimmung, zunehmender Gereiztheit, psychosomatischen Erkrankungen oder erhöhter Suchtgefährdung (Alkohol, Drogen) einhergeht.

Die Erkrankung betrifft nicht selten besonders hochmotivierte und engagierte Menschen, theoretisch kann aber jeder Mensch, unabhängig von Geschlecht oder Beruf, von diesem Syndrom betroffen sein.

Ein voller Terminkalender oder zu viel Stress alleine bewirken noch kein Burnout-Syndrom, kritisch wird es erst dann, wenn diese Belastungen zum Dauerzustand werden, wenn man neben der Verantwortung für Beruf und Familie, dem ständigen Zeitdruck und Terminchaos kaum Möglichkeiten hat, einmal abzuschalten und durchzuatmen.

"Der Versuch einer Person, unrealistische Erwartungen (ob selbst gesetzt oder vom Wertesystem der Gesellschaft aufgezwungen) mit allen verfügbaren Kräften zu verwirklichen kann Burnout verursachen"

-- H. Freudenberger

Phasen des Burnout-Syndroms (nach H. Freudenberger)

  1. Drang, sich selbst und anderen Personen etwas beweisen zu wollen
  2. Extremes Leistungsstreben, um besonders hohe Erwartungen erfüllen zu können
  3. Überarbeitung mit Vernachlässigung persönlicher Bedürfnisse und sozialer Kontakte
  4. Überspielen oder Übergehen innerer Probleme und Konflikte
  5. Zweifel am eigenen Wertesystem sowie an ehemals wichtigen Dingen wie Hobbys und Freunden
  6. Verleugnung entstehender Probleme, Absinken der Toleranzgrenze
  7. Rückzug und dabei Meidung sozialer Kontakte bis auf ein Minimum
  8. Offensichtliche Verhaltensänderungen, fortschreitendes Gefühl der Wertlosigkeit, zunehmende Ängstlichkeit
  9. Depersonalisierung durch Kontaktverlust zu sich selbst und zu anderen Personen; das Leben verläuft zunehmend funktional und mechanistisch
  10. Innere Leere und verzweifelte Versuche, diese Gefühle durch Überreaktionen zu überspielen wie beispielsweise durch Sexualität, Essgewohnheiten, Alkohol und andere Drogen
  11. Depression mit Symptomen wie Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung und Perspektivlosigkeit
  12. Erste Gedanken an einen Suizid als Ausweg aus dieser Situation; akute Gefahr eines mentalen und physischen Zusammenbruchs.

Da manche Symptome auch auf eine ernsthafte psychische Erkrankungen hindeuten können, sollte die Diagnose nur von einem Facharzt erstellt werden!

Es erfordert Mut, sich seine Kraftlosigkeit einzugestehen, - viele Betroffene werten ihren Zustand als "Versagen" oder haben sogar Angst vor einem damit verbundenen Arbeitsplatzverlust. Dabei ist dieses Syndrom nichts anderes als ein Hilfeschrei von Körper und Geist, dass die abverlangten Leistungen nicht mehr erbracht werden können. Wer befürchtet, unter einem Burnout-Syndrom zu leiden, sollte sich nicht scheuen, rechtzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Gerne informiere ich Sie über therapeutischen Möglichkeiten und präventive Maßnahmen, um aus dem Teufelskreis auszubrechen und neue Lebensqualität zu gewinnen.